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Arienabend mit Christiane Karg im Münchner Prinzregententheater

Absolut hinreißend

"Nicht nur für die Hofkapelle war das Konzert eine Art Premiere, auch für die Sopranistin Christiane Karg, die an der Oper Frankfurt zum Ensemble gehört und bislang kaum Erfahrungen mit Arienabenden gesammelt hat. Letzteres irritiert, denn sie singt fabelhaft. Ihre Stimme sitzt absolut goldrichtig, ihr Pianissimo ist ein absoluter Traum, leicht spricht die Stimme an, ist im Allerzartesten noch absolut tragfähig. Perfekt die Intonation, groß der Ausdruck. Egal ob sie virtuosen Zirkus macht, wie in der "Sturm"-Arie der Cleopatra aus Händels "Giulio Cesare", mit zornigem Trotz auf die Bühne gestürmt kommt, ebenfalls als Cleopatra, oder dann deren Flehen um inneren Frieden mit einer winzigen Spur Heiserkeit versieht. Alles ist punktgenau erspürt, jede Nuance mit großer Eleganz wiedergegeben. In einer Arie aus Rameaus "Castor e Pollux" wird ihr Gesang so natürlich wie eine Sprechstimme, mit der Weite der Musik versehen, ein Fagott unterhält sich mit ihr, hinreißend.[…] Die Hofkapelle umgarnt die Sängerin, flirtet mit ihr, tritt mit ihr in einen elastischen Dialog. Nichts ist hier hart oder ruppig, wie manchmal bei der Alten Musik. Jede dynamische Varianz funktioniert ganz organisch, ohne den Rhythmus auch nur eine Spur zu vernachlässigen. Das ist alles hochspannend und wunderschön." (Egbert Tholl, Süddeutsche Zeitung, 16.11.2011)

 

Warm schimmernd wie Waldhonig

Wenn Christiane Karg ihre Stimme fließen ließ, blieb die Zeit stehen. […] Wann haben wir das letzte Mal einen Sopran gehört, der in allen Lagen warm tönt, noch in der Höhe wie Waldhonig schimmert? Und der weit oben auf dem Gipfel, scheinbar ohne jede Anstrengung, vom Forte in ein sanftes wie klar fokussiertes Pianissimo wechseln kann?[…] In der Paraderolle der Händel-Heldinnen bietet sie das ideale Pendent zum fast draufgängerischen Rüdiger Lotter. Man sieht's ihm wirklich nicht an, aber wenn der geigende Primarius der fabelhaften Hofkapelle München wie das HB-Männchen in die Luft geht, ist die Darmsaitenwelt in stimmigster Aufruhr." (Christa Sigg, Abendzeitung, 16.11.2011)

 

Ein Wirbelwind im Sturm

"Da widmete sie sich zunächst den gebetsartigen Arien aus Francisco Antonio di Almeidas Oratorium "La Giuditta". Dass sie bei Karg weniger fromm klangen und die Interpretin fast verführerische Töne anschlug, tat den Bitten gut. Dabei baute sie auf virtuosen Umgang mit Koloraturen, Trillern und Verzierungen, ruhige Atemführung und eine bombensichere Intonation. Zarte Lamento-Töne schlug sie zusammen mit dem Fagott in Rameaus "Tristes apptêts, pâles flambeaux" aus "Castor et Pollux" an. Und auch nach der dramatischen Initialzündung von Händels "Se pietà di me non senti" ("Giulio Cesare") klang ihr dynamisch fein dosiertes schmeichelndes Bitten himmelerweichend. Mit der von Rüdiger Lotter ebenso temperamentvoll wie stilsicher animierten Hofkapelle gelang ein frisches, ausgewogenes Zusammenspiel. Münchens vitales Originalklang-Ensemble überraschte aber vor allem mit zwei Instrumentalkonzerten des Evaristo Felice dall'Abaco. Stürmischer Applaus." (Gabriele Luster, Münchner Merkur, 16.11.2011)

 


  

"Didone abbandonata" im Prinzregententheater München

 

Vom Doppelleben trunkener Hausfrauen

"Die Münchner Hofkapelle unter dem gewohnt schwungvollen Michael Hofstetter führte einen Komponisten an der Schwelle der kontrapunktischen Händelzeit zum sehr viel weicheren Galanteriestil des Rokoko vor…" (Dirk Schümer, Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 27. Mai 2011)

 

Königliches Luftschloss

"Die eigentliche Entdeckung des Abends aber ist der klingende Schatzkasten der Hofkapelle München, der mit historischen Instrumenten, einer originalen Orchesteraufstellung und unter genialischem Dirigat – Michael Hofstetter hat bei gewagter Dynamik und stupender Klangfülle die Struktur seiner Partitur immer im Blick – barocke U-Musik auf höchstem Niveau zelebriert.…" (Sabine Busch-Frank, Donaukurier, vom 28.Mai 201)

 

Eine wunderschöne Opernausgrabung

"Vor allem jedoch brilliert die Hofkapelle München mit historischen Originalinstrumenten aus der Barockzeit unter der ebenso sensiblen wie ungemein anfeuernden Leitung von Michael Hofstetter. …" (Hannes S. Machner, Passauer Neue Presse vom 29. Mai 2011)

 

Barockessenz – Die Hofkapelle München: Spitzenleistung von internationalem Rang

"Wird durch diese München endlich zu einer Stadt der Alten Musik? München ist dies längst. Dank rühriger Einzelkämpfer (wie 'le nuove musiche') und vor allem dank der Hofkapelle München. Was dieses Orchester an diesem Abend im Prinzregententheater vollbringt, ist eine absolute Spitzenleistung von internationalem Rang. Es gibt kein Spezialensemble für Alte Musik, in ganz Europa nicht, dass dies besser könnte. Man glaubt sich bei Spinosi, doch es dirigiert Michael Hofstetter. Unglaublich gut, abenteuerlich. Der Geiger Rüdiger Lotter, der künstlerische Genius der Hofkapelle, hat diese Oper, 'Didone abbandonata', in Zusammenarbeit mit der Hasse-Gesellschaft ausgegraben, dabei auch eine Orchesteraufstellung entdeckt, die mit dem, was man sonst im Graben sieht, nichts zu tun hat. Was man dann hört, aus dem Graben, ist sowieso einzigartig… (Egbert Tholl, Süddeutsche Zeitung vom 23. Mai 2011)

 

Liebes-Tortur auf sagenhaften Tönen

"Schon komisch. Da sitzt man nun auf einem feinen Platz in Reihe 5, Mitte, hat die ganze Bühne direkt vor sich – und stiert trotzdem ins Orchester. Dauernd. Als würde da unten im Prinze-Graben ein Hypnotiseur wursteln. Ein ausgebuffter Guru oder sonst einer, dem man gnadenlos auf den Leim geht. Allein, das Entscheidende ist gar nicht zu sehen, das Ohr saugt sich fest an der sagenhaft aufregende Musik von Johann Adolph Hasse…Doch dann wandert der Blick wieder nach unten. Zu dieser spritzig, elegant, glutvoll aufspielenden Hofkapelle. Zu Rüdiger Lotter, der ohne Tamtam seine Streicher zusammenhält, zu Axel Wolf, der mit jedem Lautenton die Seelenlage trifft, zu Olga Watts, die sich nicht einmal von einem Meteoriteneinschlag in ihrer heiligen Cembalo-Meditation stören ließe. Und zum konzentriert-pointiert agierenden Michael Hofstetter am Pult." (Christa Sigg, Münchner Abendzeitung vom 23. Mai 2011)


Wiederentdeckung eines Meisterwerks

"Was für eine grandiose Musik zwischen Barock und Vorklassik; welch' ausgezeichnete junge Sänger; ein Originalklang-Orchester erster Güte und dazu vitale, körperbetonte, freche, minutiös gearbeitete heutige Regie in einem originellen Bühnenbild und mit trefflichen, modernen Kostümen! Nein, nicht der Ozeandampfer der Bayerischen Staatsoper lud zu großer Fahrt, sondern ein Ausbildungsinstitut - die Bayerische Theaterakademie August Everding - bescherte im Prinzregententheater mit der Münchner Hofkapelle unter Michael Hofstetter die umjubelte Münchner Erstaufführung einer Oper von Johann Adolph Hasse, die seit 240 Jahren nicht mehr gespielt wurde. Rüdiger Lotter, Konzertmeister der Hofkapelle, hat die Oper aufgespürt, deren Notenmaterial überhaupt erst - nicht zuletzt mit Unterstützung der Hasse-Gesellschaft München - nach der Handschrift in Venedig ediert werden musste…Was aber wären diese jungen Sänger ohne einen Dirigenten und ein Orchester, das sie auf so hohem Niveau stimuliert und trägt, fordert und ihnen zugleich das Gefühl absoluter Sicherheit gibt, wie die Münchner Hofkapelle unter Michael Hofstetter. Alle zärtliche Schönheit, die oft im zweiten Teil schon den Weg Richtung Klassik beschreibt, wird frei entfaltet, aller (barocker) Furor fulminant auf die Spitze getrieben."  (Klaus Kalchschmid, klassikinfo vom 23. Mai 2011)

 

Diese jungen Sänger spielen um ihr Leben

"…Bayerische Theaterakademie und Münchner Musikhochschule ließen sich von der Handlungsarmut nicht schrecken. Sie setzten auf die Kraft der Musik und fuhren mit der
Münchner Erstaufführung im Prinzregententheater einen satten musikalischen Erfolg ein. Das Publikum feierte die jungen Sänger ebenso wie die Hofkapelle München und den Dirigenten Michael Hofstetter." (Gabriele Luster, tz vom 23. Mai 2011)

 

 


 

"Johannespassion" im Prinzregententheater München

Ein Klang, wie Bach ihn sich gewünscht hätte

"Verzweiflung und Hoffnung, Düsterheit und strahlendes Licht - all das steckt schon im ersten Choral der Johannespassion. Und so wie Bach in deisem "Herr, unser Herrscher" das ganze Werk vorwegnimmt, so offenbart die Hofkapelle München unter ihrem Dirigenten Arnold Mehl bereits in der Einleitung, wie sie sich der Johannespassion nähert: mit höchster Transaprenz und Klarheit. So ähnlich wie bei diesem schlanken Orchester mit historischen Instrumenten (darunter die Sympathisch quäkende Oboa die caccia und ein Ungetüm von Kontrafagott) muss es wohl geklungen haben, als Bach am Karfreitag 1749 die vierte Fassung der Johannespassion selbst aufführte…"(Arno Makowsky, Abendzeitung vom 26. April 2011)

 

Mit Arien-Problemen

"…Parallelzum traditionellen "Matthäus"-Doppel in der Philharmonie stand ein paar Straßen weiter im Prinzregententheater eine interessant besetzte Johannes-Passion aus der Feder des meisters auf dem Programm. Interessant in erster Linie, weil Dirigent Arnold Mehr hier mit der Hofkapelle München ein stilistisch makellos aufspielendes Originalklang-Ensebmle leitete und im Gegensatz zu den Kollegen im Gasteig mit einer deutlich reduzierten Chorbesetzung auskam…" (Tonias hell, Münchner Merkur vom 26. April 2011)


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